Freitag, 23. August 2013

P!NK Bilder

Hallo Welt!

Ich schreibe euch ja ganz schon oft in letzter Zeit, schon zwei Post an einem Tag. :)
Wie versprochen wollte ich ja ein paar Bilder vom P!NK Konzert hochladen und da ich dachte, es ist so übersichtlicher, werde ich sie nicht in die Fotos&Video Seite stellen, sondern einen extra Post darüber machen.
Der war echt voll lustig :D

There she comes!

The Truth About Love-Tour

Die können echt unglaublich gut tanzen

P!NK geht fliegen... :D

Er war einfach nur zum totlachen

Sicht auf die Bühe (von unseren Plätzen!)

Das sah total toll aus, vorallem als sie geflogen sind

Das Publikum, aber nur einer der Seiten

Es war einfach unbeschreiblich

P!NK fliegt über die Menge, sogar genau über uns!

Das waren die besten der Fotos, ich hoffe, ihr könnt euch jetzt ungefähr vorstellen wie es war.
Und wie ich jetzt schon etwa 1000000 Mal gesagt habe: Es war unglaublich gut!

Für mich heißt es dann jetzt auch schon Zeit ins Bett zu gehen, aber allen anderen, bei denen es jetzt noch Tag ist, habt einen schönen Tag und bis bald mal wieder ihr alle!
Eure Hannah

Flugdatum und unglaubliche Erlebnisse

Hallo Welt!

Und hier melde ich mich schon wieder. :)

Zu naechst einmal zu meinem Flugdatum, wie ihr wahrscheinlich wisst, sollte ich am 30. November hier in Melbourne abfliegen. Nun hat sich aber herausgestellt, dass es keine Fluege fuer den 30. November gibt. Wahrscheinlich hat meine Organisation den Flug nicht rechtzeitig gebucht. Das bedeutet jetzt, dass ich schon am 25. November fliegen werde. Und zwar um 1 Uhr nachts! Das ist natuerlich etwas schade, aber was will man machen? Wie gesagt, ich werde dann hier um 1 Uhr losfliegen und etwa um 20.30 Uhr in Frankfurt ankommen. Der ganze Flug, mit Wartezeit in Singapur dauert dann etwa 29 Stunden, also leider etwas laenger als mein erster Flug. Ich werde zu dem 8 Stunden Wartezeit in Singapur haben, das ist leider etwas nervig, da ich dieses Mal ja alleine bin und dann niemanden zum Reden habe. Wenigstens werde ich beide Fluege mit der selben Art von Flugzeug, wie fuer meinen Flug von Frankfurt nach Singapur, fliegen und ich fand ja, dass es das bessere von beiden war. Auf den Flug ansich freue ich mich ueberhaupt nicht richtig, da er so lang ist und ich diesmal den kurzen Flug zuerst haben werde und den Langen danach, aber ich kann ja nicht nach Hause schwimmen oder so. :)
Mit dem Gepaeck wird bestimmt auch noch schwierig warden, falls ich nicht wieder 30 kg mitnehmen darf (von denen ich nichts wusste), aber daruebr mache ich mir jetzt noch keine Sorgen.

Nun zu den unglaublichen Erlebnissen, meine Gastmutter meinte, ich haette ja gar nichts aber das Musik Festival im April geschrieben, also werde ich da jetzt mal nachholen.
Am Osterwochenende sind wir Freunde von meiner Gastmutter besuchen gefahren, die etwa 3 Stunden entfernt am Murray River wohnen, oder eher dort zelten waren. Am Samstag sind wir dann zu einem Country Music-Festival gefahren und es war total toll. Alle sassen mit Decken auf dem Gras und die Stimmung war echt super. Die Besten meiner Meinung nach waren 'Zac Brown Band' und 'Jason Mraz'. Wir waren fast den ganzen Tag dort, bis nach 21 Uhr und es hat wirklich Spass gemacht. Schade, dass es das Festival nur einmal im Jahr gibt.

Aber ihr werdet es nicht glauben, gestern waren wir (meine Gastmutter, Gastschwester und ich) auf einem P!NK Konzert!!!!
Unsere Tickets waren eigentlich so schlecht, dass wir P!NK mehr von hinten sehen wuerden, aber als wir in die Halle (dort wird uebrigens Australia Open gespielt) gelaufen sind, sind wir zu diesem Ticket stand gegangen und haben gefragt, ob sie noch bessere Tickets haben. Und haltet euch fest, sie hatten noch bessere Ticktes und dann sassen wir so, dass wir direct auf die Buehne schauen konnten. Es war einfach perfekt, vorallem, wir mussten nichts extra bezahlen und wir haben die besseren Tickets auch nur bekommen, weil wir Kinder sind.
Das Konzert war echt super und es war sogar mein erstes! P!INK hat sogar ganz viel um das Singen herum gemacht. Einmal ist sie sogar ueber das ganze Publikum geflogen und sie war auch genau ueber uns! Das ganze Konzert hat total viel Spass gemacht und P!NK war richtig gut.

Das wars dann auch mal wieder von mir, ich stelle hier bald noch ein paar Bilder von dem Konzert ein und sonst melde ich mich, wenn die Babys in Health bekommen.
Bis Bald,
eure Hannah

Sonntag, 18. August 2013

16414.006 km

Hallo Welt!

Ich hoffe, es geht euch gut und ihr genießt eure Ferien, wenn ihr denn welche habt.
Es tut mir leid, dass ich schon wieder so lange nichts geschrieben habe, aber meistens ist hier alles ja nur ganz normaler Alltag und ich habe nicht (mehr) so viel zu berichten.

Wie versprochen wollte ich euch ja noch schreiben, was ich in den Ferien gemacht habe. Auch wenn das jetzt etwas spät kommt :)

Am ersten Ferienwochenende bin ich mit der 13 Järigen und dem 11 Jährigen zu derem Vater gefahren.
Nach der Schule wurden wir von den Großeltern abgeholt und haben mit denen zusammen Abendessen gegessen. Danach wurden wir von ihrem Vater abgeholt, haben nach Football geschaut und sind dann auch schon ins Bett gegangen. Am Samstag sind meine Gastschwester und ich mit den Großeltern nach Melbourne gefahren und haben uns eine Kustausstellung (Monet) in der National Art Gallery angesehen.
Das war auch ganz okay, aber der lustige Teil kam erst, als meine Gastschwester und ich angefangen haben Fotos zu machen. Da sind aber mehr lustige als gute rausgekommen.
Am Sonntagabend wurde ich dann von meiner Gastmutter abgeholt.

Bis Donnerstag war ich dann nur mit meiner Gastmutter zu Hause, da der Kleinste auch seinen Vater besucht hat. Am Montag bin ich Mittags zur Arbeit meiner Gastmutter gelaufen und habe ihr geholfen 580 Briefe zu falten und in Umschläge zu stecken. Das hat Stunden gedauert! Da dachte ich noch, dass 580 Briefe viel sind, aber neulich habe ich 2500 Briefe mit ihr gefaltet, das hat mich dann ungefähr 12 Stunden gekostet.

Ansonsten habe ich nicht viel in den Ferien unternommen, einmal hat eine Freundin hier übernachtet, aber das wars dann auch schon.

Seit nach den Ferien habe ich Philosophie und Drama und beide Fächer machen echt Spaß.
Philosophie ist nur manchmal etwas nervig, da es dort niemals nur eine Antwort gibt und man ewig über ein Thema diskutieren könnte. Drama macht Spaß, so lange man eine gute Gruppe hat.
Ich habe ja auch Health&Human Development und in etwa 2 Wochen bekommen wir ein Baby! Also natürlich kein echtes, aber es weint und hat die selben Bedürfnisse, wie ein echtes. :) Wir werden es dann morgens um 8 Uhr bekommen und dann auch über nacht haben. Am nächsten Tag müssen wir es dann um 15 Uhr wieder abgeben. Es kann sogar sterben! Und dann fällt man durch.

Wie ich ja schon mal geschrieben habe, werden wir im September Formal haben und ich habe letztes Wochenende ein Kleid dafür gekauft. Jetzt fehlen nur noch Schuhe und gegebenenfalls Schmuck.
Wir müssen jetzt untereinander auch noch ausmachen mit wem wir an einem Tisch sitzen und wir müssen zu zehnt sein. Am Anfang dachte ich, es wird schwer einen Tisch zu finden, aber jetzt habe ich Einladungen für drei verschiedene und weiß nicht zu wem ich ja sagen soll... Das wird sich hoffentlich aber bald klären.

Ich melde mich bald nochmal bei euch, vielleicht mit so etwas wie die dümmsten Fragen, die mir hier gestellt wurden. :)
Viele liebe Grüße,
eure Hannah

Samstag, 6. Juli 2013

Halbzeit

Hallo Welt!!!

Inzwischen bin ich schon seit 5 Monaten hier in Australien.
Das macht dann die Haelfte! :D
Um genau zu sein sogar etwas mehr, ich bin ja schon in 146 Tagen wieder zu Hause.
Also, meine lieben Daheimgebliebenen, in weniger als 5 Monaten habt ihr mich wieder!
Viele Austauschschueler sagen ja immer, es ist so Haelfte, Haelfte, einerseits wollen sie nach Hause, andererseits wollen sie auch noch in ihrem Gastland bleiben.
Mir geht es so, dass ich natuerlich nach Hause moechte, aber ich bin auch froh, dass cih noch 5 Monate hier habe. Auch wenn sich das total lang anhoert, die letzten 3 Monate sind total schnell vorbeigegangen.
Im Moment habe ich ja noch eine weitere Woche Ferien, leider keine Sommerferien dieses Jahr, das heisst ganze 2 Jahre ohne!
Dafuer darf ich aber meinen Geburtstag in den Ferien feiern. ;)
Ich melde mich am Ende der Ferien nochmal mit einem kleinem Bericht, darueber was ich so gemacht habe.

Bis bald,
viele Gruesse von "Down Under",
eure Hannah ♥

Montag, 17. Juni 2013

Alltag in Australien

Hallo ihr lieben!

Jetzt melde ich mich auch mal wieder von "Down Under".
Ich weiss es ist schon eine Weile her, dass ich etwas richtiges ueber mein Leben hier geschreiben habe und da sich das manche gewuenscht haben, gibt es jetzt mal etwas ueber meinen Alltag hier. :)

Wie ihr ja wisst gehe ich hier jetzt seit dem 2. Term in die 10. Klasse. Ich habe aber weiterhin ein paar Faecher in der 11. Klasse. Ich habe 11. Klasse Englisch, Mathe (schwer), Psychologie und Biologie. In der 10. habe ich noch Food&Culture und Geschichte (1. und 2. Weltkrieg).
Ich laufe jeden Tag mit meiner Gastschwester zum Schulbus, das heisst wir muessen um 7. 50 Uhr los und sind dann ungefaehr um 8.25 Uhr an der Schule. Schule ist dann jeden Tag von 8.40 Uhr bis 14.54 Uhr und beginnt mit Form Assembling, dort trift man sich immer mit seiner Klasse und bekommt alle wichtigen Infos fuer diesen Tag, danach haben wir 2 Stunden Untericht, dann 20 min Pause, gefolgt von 2 weiteren Stunden und Lunch, zum Schluss haben wir dann noch einmal 2 Stunden und dann geht es mit dem Bus wieder nach Hause. Nach Hause dauert leider etwas laenger, da wir erst zu einer anderen Schule muessen und dort fuer unseren eigetnlichen Bus warten, weil er erst noch Kin der von der Primary School abholen muss. Danach holen wir noch die Schueler von der Privat Schule ab, bevor es dann nach Hause geht. Zusammen dauert es dann etwa 1 Stunde bis wir wieder da sind.
Hausaufgaben hatte ich diesen Term eigentlich noch gar nicht und deswegen mache ich eigentlich nichts gross nach der Schule und zwischen 17.00 und 18.00 Uhr kommt dann irgendwann meine Gastmutter nach Hause und wir essen Abend. Mittagessen und Abendessen ist hier uebrigens genau andersherum wie ich es aus Deutschland kenne, wir essen hier immer Abends warm, da es in der Schule nicht wirklich die Moeglichkeit gebt warm zu essen. In Australien wird auch viel mehr Fleisch gegessen, ich esse aber eigentlich keins.
Jeden Mittwoch fahren wir meine Gastschwester und meinen  Gastbruder (den aelteren von beiden) zu ihrem Vater, der etwa 45-60 min entfernt wohnt, sie schl.afen dort dann und alle 2 Wochen  holen wir sie am Morgen vor der Schule ab. Manchmal essen wir nachdem wir sie dort hingebracht haben im Pub zu Abend.
Alle 2 Wochen verbringen sie auch das Wochenende dort und werden nach der Schule von ihren Grosseltern abgeholt.
Der Kleinere geht nur in den Ferien zu seinem Vater, da dieser in Queensland wohnt.

Das ist es dann auch eigentlich schon. Also gar nicht so besonders.

Hier schreibt man immer nach einem Halbjahr (Semester) Exame in allen Faechern, zumindest wenn die Lehrer wollen.
Ich musste in allen Faechern, ausser Food, eins schreiben.
Englisch haben wir alle in der Hall, so aehlich wie eine Aula, geschrieben. Ich fand es voll lustig, vor allem die Atmosphaere, da wirklich nicht geredet wurde, in Deutschland ja eher selten der Fall, und man konnte sich auch viel besser konzenzieren.
Ich hatte letze Woche dann 4 in 4 Tagen, da Montag und Freitag da vor frei waren (Reportwriting-Day und Queen's Birthday). Leider waren 2 davon direkt hintereinander am Freitag, aber bisher habe ich alle bestanden, die ich zurueckbekommen habe. :)
Geschichte 97%, Englisch "Good", Mathe 68% und Psychologie habe ich vergessen...

Die Schule hier ist eigentlich ziemlich einfach (es seiden man entscheidet sich dazu das schwerste Mathe in der ganzen Schule zu machen) und es ist nicht schwer gute Noten zu bekommen, wenn man es sogar als Austauschschueler schafft 100% in einem Geschichts-Essay (als CAT, also Arbeit) zu bekommen. :D

Naechstes Semster werde ich aber etwas andere Faecher haben.
Ich habe Bio mit Health&Human Development getauscht, da wir naechstes Semster in Bio sowieso nur Oekologie machen und ich das nicht wirklich mag. Ich glaube von Health kann man ungefaehr erwarten was der Name sagt, aber haltet euch fest, naechsetnm Term bekommen wir ein Baby! :D
Natuerlich kein echtes, aber wir muessen uns um es wie ein echtes kuemmern, es weimt auch und das alles. ;)
Ich habe auch kein Geschichte und Food mehr, da diese Faecher nur ein halbes Jahr lang waren. Stattdessen werde ich dann Drama und Philosophie haben. Ich wollte Philosophie eigentlich gar nicht haben, aber ich konnte nur noch 3D Animation oder eben Philosophie waehlen. Falls ich es gar nicht mag, kann ich es vielleicht noch tauschen.
Der Lehrer hat auch meine Mathe-Klasse getauscht, sodass ich das jetzt in der 10. Klasse mache, etwas einfacher, aber immer noch schwer.

Am 13. September werden wir hier Formal haben.
Das ist so ein Tanz-Disko-Ding, aber mit Essem davor und all das.
Ich werde natuerlich hin gehen, da ich diese Chance ja nicht noch einmal bekomme.


In 2 Wochen sind dann auch endlich mal wieder Ferien, dieser Term ist echt endlos.
Und dann habe ich auch schon die Haelfte rum.
Um ehrlich zu sein, weiss ich gar nicht was ich darueber denken soll. Da einerseits vermisse ich meine Familie und Freunde (und glaubt mir, es gibt immer noch Momente in denen ich einfach nur nach Hause moechte), aber andererseits bin ich froh, dass ich nochmla so viel Zeit habe.


Ich wollte hier nochmal ein paar richtig australische Sachen  auflisten:
  • jeder, der es sich irgendwie leisten kann, hat ein iPhone/iPad/iPod touch/...
  • es gibt auch Australier, die kein Vegemate moegen
  • der "Australian Slang" ist staeker als man denkt
  • es wird viel Fleisch gegessen
  • alle denken Benzin waere sehr teuer, dabei kostet es nur zwischen 1.30 und 1.40 AUS$
  • generell sind hier viele Sachen viel teuerer (fuer etwas, fuer das ich in Deutschland 5 Euro bezahle, bezahle ich hier 15$!)
  • Football ist der Sport
  • Tim Tams sind unglaublich toll! (sind Kekse)
Das wars dann auch schon erstmal, nur noch kurz, mein Englisch ist echt viel besser, ich habe eigentlich gar keine Probleme mehr, nur wenn es ein sehr komisches Word ist. Komischerweise kennen manche hier die Woerter (z.B. in Englisch, dem Fach) auch nicht.

Wenn ihr noch ueber etwas bestimmtes mehr wissen wollt, dann koennt es gerne in die Kommentare schreiben und ich werde dann einen Post darueber schreiben.
Sonst melde ich mich bald mal wieder :)

Viele liebe Gruesse aus Australien,
See you later!
Eure Hannah

Montag, 27. Mai 2013

Heute vor einem Jahr....

Heute vor einem Jahr hat alles angefangen.

Ich habe mich bei DFSR beworben und wurde etwa einen Monat später angenommen.
Damit fing dann auch schon das lange Warten an, ganze 249 Tage habe ich gewartet, bis es endlich hieß: Australien ich komme!

Während der Zeit hatte ich Hoch und Tiefs, habe mich total gefreut und konnte es nicht mehr erwarten, habe mich aber auch oft gefragt, ob es das richtige ist, vor allem wenn in Deutschland gerade alles so perfekt war.

An alle die das lange Warten noch vor sich haben, es lohnt sich auf jeden Fall und dieses Gefühl der Vorfreude ist einfach unglaublich! (Ich vermisse es manchmal sogar ;))

Unglaublich was in einem Jahr alles passieren kann, vor allem wenn man bedenkt wo ich heute vor einem Jahr war.
Ich war ganz am Anfang und jetzt bin ich mitten drin. An Alle, die sich überlegen, ob sie eine ATJ machen sollen, macht es auf jeden Fall und ihr werdet eine unglaubliche Zeit haben! Und an Alle, die es noch vor sich haben, es war die richtige Entscheidung und genießt eure restliche Zeit in Deutschland, denn am Ende geht sie viel zu schnell vorbei. (Ich weiß, ihr habt das wahrscheinlich schon oft gehört und glaubt es nicht ganz, aber es stimmt)

Wenn ich jetzt noch einmal die Chance hätte mich für ein ATJ zu entscheiden, ich würde es auf jeden Fall wieder machen, aber dieses Mal würde ich mir, bevor ich fliege, mehr Zeit für meine Familie und Freunde nehmen, da 10 Monate doch eine kleine Ewigkeit sind.

Auf 6 weitere hoffentlich schöne Monate am anderem Ende der Welt,
eure Hannah

Montag, 20. Mai 2013

Was es heißt ein Austauschschüler zu sein

Austauschschüler

Ein Austauschschüler zu sein ist nicht einfach.
Neben den Menschen, die dir immer zur Seite stehen,
dich unterstützen und dir Mut zusprechen,
gibt es auch immer die Zweifler und Neider, die dir dein Glück nicht gönnen.
Plötzlich reden Menschen, von denen du geglaubt hast, sie seien deine Freunde,
hinter deinem Rücken.

Das schaffst du ja doch nicht.
Nach ein paar Monaten bist du eh wieder zu Hause.
Was bildest du dir eigentlich ein?

Und trotzdem lächelst du weiterhin als ob nichts wär’.
Hörst dir die geheuchelten Abschiedsgrüße an.

„Ich schaffe das schon.“
Irgendwie.
Bestimmt.

Es gibt Tage, an denen du dir selbst nicht glaubst.
Am liebsten würdest du die Zeit zurückdrehen.
Was hat dich bloß zu diesem Irrsinn geritten?
Vielleicht wolltest du einfach beweisen, dass du stark genug bist.
All den Zweiflern um dich herum.

„Du musst uns nichts beweisen.“,
sagen die Menschen, die dich lieben.
„Ich weiß“
Und mit der Zeit verstehst du, dass du diesen Menschen nichts beweisen musst.
Doch jetzt willst du es dir selbst beweisen.

Am Flughafen überlegst du dir dann für einen Moment ernsthaft,
deine Koffer zu nehmen und zurück nach Hause zu fahren.
Einfach so, als ob nie etwas gewesen wäre.
Doch wofür hast du dir dann den ganzen Stress angetan?

In deinem neuen Zuhause angekommen, ist es dann auch nicht immer so wie erhofft.
Und mit der Zeit wird dir bewusst, dass es die kleinen,
 und bisher selbstverständlichen Dinge sind,
die plötzlich viel wichtiger erscheinen.

Die Kochkünste deiner Mutter.
Das typische „Morgen“ deiner Freundin auf dem Schulweg.
Dein Lieblings-Radiosender in Auto.
Das Lachen mit Freunden über Dinge, die nicht lustig sind.
Dein Vater, der einfach alles kann.
Die Bushaltestelle um die Ecke.
Die sarkastischen Kommentare deiner Schwester.
Deine Lieblingsschokolade.
Die Fußgängerzone in deiner Stadt.
Das ernst gemeinte „Das wird schon!“ deiner Freunde.
Die Abende mit deiner Mutter vor dem Fernseher,
obwohl keiner von euch gerne fernsieht.
Der echte Baum für Weihnachten.
Die nächtelangen Gespräche mit deiner Schwester.
Die Spielabende im Garten mitten in der Nacht.
Die Besuche bei deiner Tante.
Deinen Hund, den du einfach mal knuddeln kannst.
Der weltbeste Kuchen deiner Oma.
Und noch so viel mehr.

Dann kommen Tage, an denen du einfach nur nach Hause willst, weil alles so anders ist.
Dazu kommen auch noch Albträume, die dich nachts nicht schlafen lassen.

Andere mögen sich fragen, warum du dir das alles antust.
Warum du nicht einfach alles hinschmeißt und nach Hause fliegst.

Warum?
Weil das Ganze es wert ist.

Trotz all den schweren Zeiten würdest du deine Entscheidung niemals rückgängig machen.
Selbst nach dem 100. Mal würdest du dich noch immer genauso entscheiden
wie beim ersten Mal.
Auch wenn auf den ersten Blick nicht alles so toll ist wie in deinen Vorstellungen,
am Ende ist es sogar noch schöner als du es dir erträumt hast.

Tausende Kilometer von deinem Zuhause gibt es einen Ort, an dem du willkommen bist.
Den du dein Zuhause nennen kannst.
Menschen, die eigentlich Fremde sind, nehmen dich als ihre Tochter auf,
einfach so.
Plötzlich hast du zwei Mütter und zwei Väter, die dich lieben.
Die dich abends fragen, wie dein Tag war.
Die stolz auf deine Konzerte kommen.
Zwei Mütter, die dir immer wieder sagen, wie gut ihnen deine neue Frisur gefällt.
Die dich einfach verstehen, weil sie das selbe durchgemacht haben.
Zwei Väter, die bei dem Gebrauch eines fremden Jungennamens misstrauisch werden.
Die dich auch nachts oder am frühen Morgen von einer Party abholen kommen.

Und dann hast du auch noch eine Schwester, die du lieben lernst wie eine richtige Schwester.
Mit der du durch dick und dünn gehst.
Die zu einer guten Freundin wird, die immer für dich da ist.
Zu der du in der Pause laufen kannst,
um dir ihren Taschenrechner für deinen Mathetest auszuleihen.
Mit der du ohne Grund im Abstellraum auf dem Boden schläfst.
Die dich morgens im Schulbus fragt, was im nächsten Kapitel passiert, in dem Buch,
das ihr für Englisch lesen sollt.
Die dir eine lachende Sonne in deinen Schülerkalender malt für den Tag,
an dem du eine Arbeit in Geschichte schreibst.
Die du auch ohne viele Worte verstehst.

Und wieder sind es die kleinen Dinge,
die dir klar machen, dass du dich richtig entschieden hast.

Der lachende Busfahrer, der dich fragt, ob du von Bären verfolgt wurdest,
 wenn du mal wieder zu spät zum Schulbus rennst.
Die an eine Videothek erinnernde DVD-Sammlung deines Dads.
Die Begeisterung der ganzen Schule bei dem Basketballspiel der Schulmannschaft.
Das Eis, das selbst in Italien nicht besser schmecken könnte.
Die Tatsache, dass es niemanden stört wenn du die Geschichtsstunde mit dem Kopf auf dem Tisch liegend, schlafend verbringst.
Die 23 jährige Chorlehrerin, die dir im Unterricht erzählt,
dass sie sich ihre halbe Augenbraue aus Versehen abrasiert hat.
Die Sonntage an denen du nach der Kirche shoppen gehen kannst.
Der Deutschlehrer, mit dem du auf Deutsch über die ganzen Amerikaner lästern kannst.
Die Aufregung vor dem Homecoming Game des Footballteams an deiner Schule
und der panischen Kleiderfrage für den Homecoming Dance danach.
Die Tatsache, dass Leute, die du nur vom Sehen kennst, dich einfach nach Hause bringen, obwohl es 30 Minuten Fahrt bis zu deinem Haus sind
und sie in der entgegen gesetzten Richtung wohnen.
Die Tage, an denen alle Lehrer und Schüler in den Schulfarben zur Schule kommen.
Die iMac Computer in der Bibliothek.
Die Fahrt auf dem ATV, auch wenn es kalt ist.
Die Menschen, die alle ihr Deutsch an dir testen wollen.
Die Mottotage in der Schule, and denen alle mitmachen und sich auch die
peinlichsten Klamotten anziehen.

Die Liste ist endlos.

Schon vor dem eigentlichen Austauschjahr gab es besonders schöne Momente,
die du dein Leben lang nicht vergisst.

Die ernst gemeinten Tränen bei deinem Abschied.
Die ganzen Geschenke,
die sich deine Freunde mit so viel Mühe ausgedacht haben.

Einfach der Gedanke,
dass deine Freunde und deine Familie dich wirklich unglaublich lieben.

Vielleicht die Vorbereitungstagung die du hattest.
Bei der du so viele nette Leute kennen gelernt hast, die dich verstehen,
weil sie in dem Moment das selbe durchgemacht wie du selbst.
Mit denen du Unvergessliches erlebt hast.
Mit denen du offen über deine Ängste sprechen konntest, ohne Angst davor zu haben, dass sie dich auslachen würden.
Von denen Einige zu wichtigen Freunden geworden sind.

Ja, ein Austauschschüler zu sein ist nicht einfach.

Aber jeder Moment,
in dem du dir am liebsten die Seele aus dem Leib geschrieen hättest,
jede Träne,
die du vergossen hast
und jeder Tag,
an dem du alles hinschmeißen und die Zeit zurückdrehen wolltest,
waren es wert.

Niemand hat jemals behauptet es wäre einfach.
Niemand hat jemals behauptet es gäbe nur schöne Zeiten.

Ein Austauschschüler zu sein bedeutet, Neues kennen zu lernen.

Eine neue Sprache kennen zu lernen.
Eine neue Kultur kennen zu lernen.
Neue Sitten kennen zu lernen.
Fremde Menschen kennen zu lernen.

Doch als Austauschschüler lernt man noch so viel mehr.

Man lernt andere Wege der Kommunikation.
Man lernt sich in zwei Sprachen zu verständigen, zu denken und sogar zu träumen.
Man lernt eine andere Denkweise zu verstehen.
Man lernt, was es heißt Verantwortung zu übernehmen.
Man lernt, dass man für seine Träume kämpfen muss.
Man lernt dankbar zu sein, für das, was man hat.

Doch das wichtigste, das du lernst ist, wer du wirklich bist.

Plötzlich wirst du gefragt, ob du am Wochenende lieber ausschlafen willst,
oder etwas unternehmen willst.
Man fragt dich ob du lieber Zeit mit der Familie vor dem Fernseher verbringst,
oder lieber für dich allein ein Buch liest.
Das Schweigen, was für dich schon immer selbstverständlich war,
wird als schlechte Laune ausgelegt.
Die Frage, ob du immer Kaugummi kaust wenn du genervt bist,
ist gar nicht mal so abwegig.

Und deiner Angewohnheit,
Jedem freundlich gegenüber zu treten und deine Abneigung niemals offen zu zeigen,
hast du schon lange keine Beachtung mehr geschenkt.

Doch in einem völlig neuem Umfeld kommen solche Fragen nun einmal auf,
und mit einem Mal machst du dir Gedanken über deinen Charakter oder deine Eigenschaften, die bis jetzt immer selbstverständlich für dich waren.

Als Austauschschüler erlebt man Höhen und Tiefen,
viele schöne, aber auch viele schwere Zeiten.

Aber das ist es wert